| review:
HNA |
| Der "Fliegende Wechsel" im Kunsttempel geht
zu Ende. Er hat die Akteure Josefh Delleg, Ulrich Duttenhofer,
Matthias Hess und Wolfram DER Spyra in Atem gehalten - und
das Publikum auch. Was bleibt, ist die Erinnerung an intensive
Raumerlebnisse und an plastische Versuchsanordnungen. Alle
Sinne wurden angesprochen und mobilisiert. |
| So auch in der letzten, bis heute Abend laufenden
Ausstellung, in der Ulrich Duttenhofer den Souterrain-Raum
mit gelblich warmen Holzplatten ausgelegt hat. Wo eine Absatzstufe
war, gibt es nun ein Gefälle, über das sich ein Strom aus
Stahlblech-Würfeln, durch die Weidenäste gesteckt sind, bewegt.
Unwillkürlich denkt man an einen in sanften Bögen fließenden
Fluss oder an einen Zug der Lemminge. Eine eindrucksvolle
Installation, in der die Weidenhölzer, in denen noch das Leben
steckt, den Stahlwürfeln zu Bewegung in einer Richtung verhelfen.
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| Dem stillen Fluss im Tiefgeschoss hat Wolfram
DER Spyra eine Etage höher den Klang entgegengesetzt. Seine
mehrteilige Arbeit versteht sich weder als Installation noch
als Raumbild. Spyra geht es eher darum, den Besuchern die
Möglichkeiten der Musik jenseits der klassischen Form zu präsentieren
und dabei ihnen die aktive Teilnahme zu ermöglichen. |
| Am spektakulärsten vollzieht sich das am
Stahlcello, das Spyra zu Ehren von Robert Rutman nachgebaut
hat und an dem jeder Besucher selbst höchste und tiefste Töne
erzeugen kann. Sowohl die am Stahlcello entstandenen Klänge
als auch die Töne, die man durch das Hineinblasen in einen
Schlauch in einem Rohr hervorrufen kann, können durch einen
Computer gesteuert, also verändert werden. Die Botschaft ist
klar: Jeder kann Musik produzieren, und die Klangwelt gehört
allen. |
| D.S., HNA 14. 12. 1999 |
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