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| My
Little Garden Of Sounds |
| Kassel, 1997 |
| Ausstellung mit Klangperformances und Konzerten
im Garten des Dock 4 |
| Equipment: Le chant des sirenes (singende
Stahlblumen), Unterwasserlautsprecher, Round table, P.A.S.S., Akustischer
Stadtplan, Metallröhren, Klangliegen |
Radiobeitrag |
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| flyer |
| my little garden of sounds |
| die chillout zone für documenta –
Besucher von Wolfram DER Spyra |
| Wo? Im Garten des dock 4 (Kulturhaus
der Stadt Kassel), Untere Karlsstr. 4 |
| Wann? Vom 11. Juli bis 28. September
1997, täglich geöffnet von 13h bis 20h, außerdem
bei speziellen Veranstaltungen und Konzerten bis 22h |
| Was? Während der 100 Tage der
documenta X wurde der Garten des dock 4 eine Open-air-Ausstellung
von Klangskulpturen des Kasseler Künstlers Wolfram DER
Spyra. Sein Gartenhaus, in dem sich Spyra übrigens während
der gesamten Ausstellungszeit auch nachts aufhielt, wurde
zur "Schaltzentrale" der elektronischen Kunstwerke,
außerdem diente es als Bühne für Performances
und Konzerte von Gastkünstlern. Über 10 000 BesucherInnen
sahen und hörten(!) Arbeiten wie: |
| "Le chant des sirenes" (Klanginstallation
mit singenden Stahlblumen) |
| "I´m looking at the rain-barrel,
but I´m thinking of the sea" (Klanginstallation mit
Unterwasserlautsprecher und komponierten Klängen) |
| "Round table" (Interaktive
Klanginstallation zur Verfremdung von Sprache, Möbeldesign:
Matthias Rexforth) |
| "P.A.S.S." (Interaktive
Klanginstallation zur Verfremdung von Umweltgeräuschen.
Während der Ausstellungszeit wurden 5 PASS – Geräte
in ständigem Wechsel an interessierte Besucher verliehen,
um bei Klangspaziergängen durch die Stadt ihre Hörgewohnheiten
in Frage zu stellen.) |
| "Acoustic city map of Kassel"
(Klanginstallation mit Umgebungsgeräuschen aus Kassel) |
| "Subterranean gardens" (Klanginstallation
mit Metallröhren, die zur Übertragung unterirdisch
erzeugter Klänge und Musik dienten) |
| "Chaises illumineux" (Installation
zur "Klangmassage" mit Kompositionen, die den Farben
Rot und Blau zugeordnet waren. Die Klänge konnten über
Kopfhörer gehört und durch die Übertragung
mit speziellen Basschwingern, die die Holzplatte der Liege
zum Schwingen brachten, auch gefühlt werden. Die Liegen
und die Container-boxen, in denen sich die Liegen befanden,
waren ebenfalls designed von Matthias Rexforth. |
| In vielen Fernsehberichten und Presseartikeln
wurde der Little Garden als "Geheimtipp für documenta-Besucher"
geführt. Im Gästebuch, welches in der Ausstellung
auslag, bezeichneten viele Besucher den "Garten der Klänge"
als "das interessanteste und faszinierendste Kunstwerk
der documenta" (obwohl es ja nur ein Teil des documenta-Beiprogrammes
war...) |
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| review:
HNA |
| 10.000 besuchten "my little garden
of sounds" im dock 4 von Wolfram DER Spyra |
| Vorbei ist die Sommersaison 1997 —
Bier— und andere Gärten lagern ihre Tische und
Stühle ein und schließen zum Herbst ihre Pforten.
So auch Wolfram DER Spyras "My little garden of sounds‘,
die Chillout‘-Zone für documenta—Besucher und andere
Gäste. |
| 100 Tage lang hatte das akustische Kunstprojekt
im Garten des Kulturhauses dock 4, parallel zur documenta
X, seine flüsternden Blüten getrieben, Blicke in
raunende Regentonnen eröffnet, zum Zappen auf einem akustischen
Stadtplan eingeladen, Hörproben aus unterirdischen Gärten
geboten und viele wundersame akustische Erlebnisse mehr. Entstanden
waren die oft witzigen technischen Kunstwerke im Atelier des
32jährigen Künstlers und Trägers des Kasseler
Kulturförderpreises, Wolfram DER Spyra. |
| Publikumsrenner in "My little garden
of sounds‘ war Spyras Round table, ein Tisch, an dem man unter
einem Sonnenschirm Platz nehmen und -Kopfhörer auf den
Ohren- die Schalleindrücke der Umgebung verändert
wahrnehmen konnte. Die gleichen Geräusch—Effekte des
Runden Tisches, jene verzögerten, rückwärts
wiedergegebenen oder durch Hall verzerrten, vom Benutzer selbst
produzierten Töne, konnten während der 100 Tage
auch mit Hilfe des p.a.s.s., des portable ambient sound systems,
eines transportabelen Rucksacks, erreicht werden. |
| 10.000, zumeist begeisterte Besucher, "vielleicht
auch mehr" -so die Bilanz des von Spyra selbstfinanzierten
Projekts, haben sich von "My little garden of sounds‘
anlocken und akustisch verzaubern lassen. Ganz ohne Werbung,
nur durch Mundpropaganda, war der geheimnisvolle Garten zunächst
bei den auswärtigen documenta—Gästen und später
zunehmend auch bei der Kasseler Bevölkerung zum "Tip"
geworden. |
| Inzwischen gibt es bereits aus verschiedenen
Städten Anfragen, bespielsweise nach akustischen Stadtplänen
-auf die jeweils eigenen akustischen Gegebenheiten zugeschnitten. |
| Weiteres Ergebnis des Kunstprojekts werden
unter anderem limitierte CD—Editionen sein, sowohl von den
im Sommer 97 im "Garten der Klänge" entstandenen
Sounds, als auch von den Soundtracks des akustischen Stadtplans
von Kassel. |
| Christina Hein, HNA |
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| review:
Schaufenster Kassel |
| Ein Garten mitten in der Stadt |
| Wenn Sie in der Nähe des Kulturhauses
Dock 4 sind und das unten abgebildete Motiv entdecken, folgen
Sie ihm! Es lädt ein In den "Little garden of sounds",
einer Ruhezone im Zentrum der Stadt, wo man zwischen Grünpflanzen
in einem Hinterhof entspannende Musik genießen und inmitten
großstädtischer Hektik eine Verschnaufpause einlegen
kann. Der "Garten der Klänge" basiert auf einer
Idee des Komponisten und Musikers Wolfram DER Spyra, der dort
zwischen Sonnenblumen und in Bäumen kleine Lautsprecher
montiert hat, die dem Besucher manchmal etwas zuzuflüstern
scheinen, ein anderes Mal den ganzen Garten in eine Klangwolke
tauchen. Der Künstler selbst arbeitet in seinem Garten"glas"haus,
entwickelt dort neue Klänge, die immer wieder die Atmosphäre
und typische Geräusche der Umwelt reflektieren, mixt
und komponiert. |
| Irgendwo im Garten hängt auch ein akustischer
Stadtplan. Man setzt sich einen der beiden Kopfhörer
auf, drückt auf einen beliebigen Knopf zwischen "Wasserspiele
in Wilhelmshöhe" und "Parkplatz der Kulturfabrik Salzmann
am Sonntagmorgen" und hört die für den jeweiligen
Ort typischen Geräusche. Dieser akustische Stadtplan
sollte in Serie gehen - für alle Städte. Auf die
größte Resonanz bei den Gartengästen stößt
aber immer wieder "P.a.s. s. ", das "portable ambient sound
system" das in Echtzeit Schalleindrücke der Umgebung
verändert und so die akustische Wahmehmungsfähigkeit
anregt. Dies jetzt in allen Einzelheiten zu erklären,
sparen wir uns, man muß es erleben. Spyra's "Little
garden of sounds" ist keinesfalls nur etwas für eine
junge Generation sondern für alle Menschen, die sich
mitten in der documenta Stadt ein wenig Zeit zum Verweilen
gönnen möchten. |
| Schaufenster Kassel, Ausgabe Herbst 1997 |
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