Strom - 220-Volt-Objekte
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Strom - 220-Volt-Objekte
Kassel, 1995
Ausstellung in der Salzmann-Factory
Equipment: Steckdosen, Suezid-Waschbecken, Elektroakustischer Stuhl, Rasenmäher, Staubsauger, Bügeleisen, Hommage an Willi Organ (Heizlüfter + Radio)
review: HNA
Einfallsreich-spielerisch und zugleich nachdenklich - die Ausstellung "Strom - 220-Volt-Objekte" von Wolfram der Spyra in Salzmanns Factory macht neugierig,- animiert zum Agieren, Diskutieren und Nachdenken. Sie lenkt den Blick auf ein Schlüsselobjekt industrieller Zivilisation: die Steckdose.
Eine Rauminstallation von neun Galeriepodesten, auf denen Steckdosen angebracht sind, läßt den Betrachter nähertreten. Durch Betätigung der Schalter setzt er die Installation unter Strom; durch die kleinen Buchsen sind nun das "Heute-Journal" zu sehen, Fönluft zu spüren oder elektrische Entladungsgeräusche zu hören. Aus nächster Nähe betrachtet, wird so die Bedeutung der Steckdose unmittelbar. Aber auch Gefahren des elektrischen Stroms werden demonstriert - zwei Stricknadeln in den Buchsen oder eine mit Wasser gefüllte Steckdose zeigen spielerisch-makaber, was man mit Steckdosen gerade nicht machen sollte.
Ein leiser Schreck durchfährt den Betrachter beim Blick in das wie zufällig an der Wand installierte "Suizid- Waschbecken", das statt des Abflusses eine Steckdose besitzt; über den Rand des Beckens baumelt ein Stecker statt des Gummipfropfens. Bemerkenswert ist ein elektroakustischer Stuhl, der die Lautstärke der Umgebung analog in Spannung umsetzt und so drastisch ein Leiden am Lärm signalisiert.
Die Installation "Alles ist in Ordnung" besteht aus Rasenmäher, Staubsauger und Bügeleisen, die jedoch nicht unter Strom stehen. Das in einheitlichen Farben gehaltene Exponat zeigt das statisch Beruhigende der elektrischen Geräte, die ein Stück Ordnung des bürgerlich-zivilisierten Lebens symbolisieren. Die lose an der Wand lehnenden Bilderrahmen weisen auf Kunst, die "aus dem Rahmen fällt".
Das Environment "Hommage an Willi Ogan" zeigt im Interieur der fünfziger Jahre mit Heizlüfter und Radio ein Stück Geschichte des Lebens mit Strom. Hier findet sich auch die Verbindung zum Musiker DER Spyra. Der durch Klangskulpturen bekannte Künstler saß schon als Zehnjähriger an der Heimorgel seines Großonkels, des Komponisten Willi Ogan.
Sabine Stemmler, HNA, 19. 9. 1995
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