Homelistening Is Killing Clubs
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Homelistening Is Killing Clubs (original release 1995)
Wigwam / LC 31 33 / vergriffen
cover artwork: Artcore (Bringmann&Kopetzki)
Zone A:    
ADSR 6:54  
Inclined Plane 5:45  
Ebb 8:15 lo-fi | hi-fi
Xenophones 4:58 lo-fi
Zone B:    
Peddigree Tribe 7:31  
City of Glass 7:16  
Subsequent Spaces 5:44  
Zone C:    
Iceland 10:12 lo-fi | hi-fi
Future of the Past 15:13 lo-fi | hi-fi
Homelistening Is Killing Clubs (remixed re-release, 2000)
Manikin records / LC58 04 / MRCD 7047
cover artwork: Design Machbar
Hypersonic Vibes 8:53  
Inclined Plane 5:34  
Ebb 7:55 lo-fi | hi-fi
Pedigree Tribe 7:05  
Xenophones 4:51 lo-fi
City of Glass 6:34  
Iceland 9:53 lo-fi | hi-fi
Subsequent Spaces 5:27  
Future of the Past (Remix) 15:13 lo-fi | hi-fi
cover artwork re-release 2000
 
cover artwork original release 1995
IN HIS OWN WORDS
"Klangskulpturen baue ich aus Interesse an allem, was mit Hören zusammenhängt. Das Interessante an elektronischer Musik ist, daß man sie, außer mit Lautsprechern, nicht hören kann. Bei "normaler" Musik hat man ein Instrument, das man aufnimmt und anschließend möglichst originalgetreu wiedergibt. Da bei Elektronik dieses Original aber gar nicht vorhanden ist, wäre es, wenn ich sowieso auf experimentelle Weise meine Klänge erzeuge, eine Sünde, dieses Experiment nicht auch auf die Übertragungsanlage auszuweiten. D.h. ich baue nicht einfach Lautsprecher, die den Klang so wiedergeben, wie er zwangsläufig sein sollte, sondern ich versuche, die Schwingungen auf Blechplatten oder andere Lautsprechersysteme zu übertragen, deren spezielle Eigenschaften ich nutze, um von mir komponierte Musik zu vertonen. Perfektion ist dann erreicht, wenn elektronische Geräusche erzeugt werden, deren Ursprung man gar nicht mehr erkennen kann, sie also keiner Kategorie mehr zuzuordnen sind. ( ... ) Die Musik, die ich live spiele, nenne ich selbst Ambient, weil es keinen besseren Ausdruck dafür gibt. Durch die Chillout-Rooms in den Clubs habe ich die Möglichkeit, den Zuhörern meine Musik in einer gemäßigten Lautstärke zu vermitteln, sie durch die kleineren Räumlichkeiten sozusagen in ihrem eigenen Wohnzimmer zu empfangen, ohne ihnen die Atmosphäre eines Live-Events vorzuenthalten. Ich versuche, möglichst viel live zu spielen, benutze also wenig Backgroundtapes. ( ... ) Ich mache seit 16 Jahren Musik, 1986 habe ich mit Bernd Friedmann, derjetzt bei SOME MORE CRIME aktiv ist, die Band EXCURSIONS AND VISITES gegründet, und wir hatten beide noch einige Nebenprojekte. Als dann Techno auch hier in Deutschland aufkam, habe ich mich zwar für die Szene interessiert, mit den stakkatohaften Technosachen konnte ich aber nie etwas anfangen. Diese Sparte wird von anderen besser abgedeckt. Ich mag lieber vielschichtigere Sachen, in denen kleine Details versteckt sind. Jedes der Stücke auf meiner CD ("HomelisteninglsKillingClubs" beiWigwam/Rough Trade) ist unterlegt mit Tönen aus dem direkten Umfeld eines jeden,wie z.B. Vogelgezwitscher oder den Geräuschen, die ein einfach aus dem Fenster gehängtes Mikrofon aufgefangen hat. Diese habe ich sozusagen hinter der im Vordergrund stattfindenden Musik "geparkt". Dadurch klingen die Aufnahmen interessanter, man hat ein viel intensiveres Raumemfinden und die Platte wirkt, trotzdem sie nur elektronische Elemente beinhaltet, wärmer. ( ... ) Wichtig für mich ist es, den Leuten die Clubmusik auch für Zuhause interessant zu machen, die Musik von der Monotonie wegzubringen und den Raver zwischen den Diskobesuchen auch zum Homelistening hinzuführen und durch Kreativität auch für ruhigere elektronische Musik empfänglich zu machen. ( ... ) Ich finde es wichtig, die Leute immer wieder darauf hinzuweisen, daß die Weit nicht nur aus Sehen besteht. Der Klang im menschlichen Umfeld ist absolut undesignt. Wer macht sich z.B. Gedanken um den Klang eines Staubsaugers, während eine Horde von Designern sich mit dessen Aussehen beschäftigt. Klangdesign ist es, was mich schon immer interessiert hat. ( ... )
Die zweite CD kommt Anfang 1997 und wird "Voltage Controlled Music" heißen. (Anm: ...das war auch geplant, aber daraus wurde dann "Phonehead") Von der Stilistik her wird sie der Ersten ähnlich sein. Deren Qualitäten werden live im November und Dezember im Rahmen der "Heile Welt" Tour des Kasseler "Aufschwung Ost" in ganz Deutschland zu bewundern sein. Just remember: "Homelistening Is Killing Clubs!"
CHRISTOF DÖRR, Intro 11/1996
review: babyblaue-seiten.de
Die 1996er Scheibe des DJs, Performance Künstlers and Soundtüftlers Wolfram Spyra bietet in den ersten 35 Minuten sparsam instrumentierte, gelungene groovig-rhythmische Elektronikstücke. Damit gemeint sind die ersten 6 Tracks, deren akustische Erscheinung ich wie folgt beschreiben würde: Der Künstler läßt in diesen Stücken viel Raum entstehen, dieser wird mit Bedacht teilweise ausgefüllt.
In den spacigen Weiten findet sich gelegentlich neben repetitiven Keys-Motiven auch u.a. Platz für Meeresrauschen, Melodie-Bruchstücke, perkussive Effekte oder sprechende Stimmen. Dies alles dient der flüchtigen Spannung, aber es sprengt sie nicht. Man hat das seltsame Gefühl, dass in der Musik die Stille dauernd unterschwellig präsent ist. Vieles wird dezent angedeutet, nur um der nächsten klanglichen Anspielung Platz zu machen. Unter der rhythmischen Tanzbarkeit leidet die Qualität keineswegs. Hier ist die unterkühlte Spannung wichtiger als lyrische oder romantische Stimmungen. (Ich frage mich, ob ich auf denkbare Brian Eno-Einflüsse hinweisen sollte? Ach, diese ewigen Vergleiche...ich lasse es lieber).
Erst auf "Iceland" fehlen die delikaten Trance-Rhythmen. Das Stück wird zuerst vom "Glockenspiel"-, dann vom "Xylophon"- Gerüst getragen, dazu gibt es im Hintergrund befindlichen dunklen orchestralen Töne. Mein Lieblingsstück auf diesem Album. Noch "weiter hinaus" geht es mit "Subsequent spaces". Zu lässiger Sequenzerbegleitung hört man lyrisch-melancholische Pianopassagen. "Future of the Past (Remix)" eifert mit Sequenzer, Streichern, und Chören Mr.Schulze der späten 70er nach. Aber selbst hier läßt sich Spyra, sparsam mit den Sounds wie er ist, nur kurz-knappe Synthie/Piano-Improvisationen entlocken. Damit hat er auf dem letzten Track wohl seine Version des Traditionellen abgeliefert.
Insgesamt eine sehr gelungene und erfreulicherweise meist ziemlich eigensinnige Elektronik-Scheibe.
Siggy Zielinski, babyblaue-seiten.de
review: Klangfeld
Zum zweiten Male gibt es ein Album von Wolfgang Spyra auf MANIKIN. Für das geniale "FUTURE OF THE PAST" fand ich damals viel Lob und auch dieses Mal gibt's nur wenig Anlass zu Kritik. Besonders klasse finde ich, dass dieses Album stilistisch ganz anders kommt, als das oben erwähnte. Zwar bleibt er seinen elektronischen Wurzeln natürlich treu, aber diesmal bewegt er sich weit ab von den elektronischen Old-Schoolern und präsentiert ein Album, dass durchaus in der Chill-Out Ecke einer Technodisco oder in der Space Night laufen könnte.
Somit räumt er (unbewusst oder bewusst?) mit dem Klischee auf, dass Leute wie Robert Schröder, Software oder Michael Garrison meilenweit weg sind von Veröffentlichungen des Electrolux-Labels oder Leuten wie Cosmic Baby oder Amphibia, was meiner Meinung nach schon immer vollkommener Quatsch ist.
"Homelistening Is Killing Clubs" ist durchweg hörenswert (mit dem absoluten Höhepunkt "EBB") und stilistisch auf dem modernsten Stand. Der Albumtitel und das Cover ernten noch einen zusätzlichen Humorpunkt.
SANDRO CORVINI, Klangfeld
review: Neural Online
Molto più che una re-release, questo album dal gusto electro- ambient offre interessanti sorprese rispetto alla precedente versione. C'è infatti una nuova opening track, molto raffinata e con un'arrangiamento pianistico alla Schmoelling (ex Tangerine Dream) su un beat persistente. Da notare anche la traccia conclusiva, remix analogico con l'aggiunta di un eco a nastro ed effetti di phasing. Nel complesso, le melodie ed il sequencing sono di ottimo livello, per un sound più che mai attuale. It's essential.(Fabrizio De Latoulière, Neural Online)
Fabrizio De Latoulière, Neural Online
review: Neu Harmony
A welcome re-release of this album which was getting increasingly difficult to get hold of. Actually, it's a lot more then a straight re- release so if you have the original it's still worth investigation. Cosmetically things are radically different with a fresh, minimalist slant to the packaging in contrast to the busy cartoon capers on the original. But the changes are not confined to visuals, the music has been reworked too.
Firstly there's a completely new opening track, a fine piece with Schmoelling style piano and a persistent heavy beat. However, to make way the opener from the original album 'ADSR Z' is sadly missing, a real shame because for me this was one of the highlights of the original album. Perhaps I'm being greedy however, with the album topping the 70 minute mark, and the new track will delight fans who can't get enough Spyra magic. The closing track is a remixed version of 'Future of the Past' and this really is a cracker described as "an analogue remix with additional tape echo and phasing fx". The melody, the sequencing, it's all pure delight. The intervening tracks have been re-ordered slightly (losing the 3 "zone" approach) and a glimpse at the track timing suggests a small amount of pruning to some of the pieces, but there are treasures aplenty here all sounding fresher than ever. The sound quality is completely top notch.
If you haven't got this already, it's essential. If you have, it depends on how much of a completist you want to be. I'm hooked, I'll take both thankyou very much.
GG, Neu Harmony
review: InfoTip
Mal davon abgesehen, daß die Aussage des Titels sicherlich nicht richtig ist, hat der aus unserem schönen Kassel stammende SPYRA wohl ein Massenmorden im Sinn, denn hier handelt es sich um eine 'homelistening-Platte' allererster Güte. Lediglich der erste der neun Tracks, die irgendwo zwischen Ambient und ruhigem Trance liegen, könnte eventuell auf der Tanzfläche funktionieren. SPYRA, der schon live im "Aufschwung Ost" zu hören war, beweist, daß gute Technomusik nicht immer aus Metropolen kommen muß. Er geht mit seinen verspielten Klangarrangements eigene Wege, vorbei an dem endlosen eintönigen Geklimpere, weiches in vielen Chill-Out-Zonen zu hören ist, hin zum entspannenden "homelistening" Hoch lebe der Kopfhörer!!!
md, InfoTip 12 / 1995
review: Tendance
Es wird Zeit daß ich mal nach Kassel fahre, denn beim Aufschwung Ost" treiben sich Leute herum, die in letzter Zeit interessante Sachen zu Tage brachten (wenn's wieder wärmer wird... hessisch Sibirien da oben). Lagowsky ist einer von ihnen, Spyra ein anderer. Nach seinem melodischen Trariceopener zielt er mit den restlichen acht Tracks auf die Beugemuskeln im Kniebereich: Jung', setzt dich hin, mach dich locker, entspanne dich... Im Morgengrauen ziehen die Nebelschwaden über die Waldlichtung, ein Rehbock betritt zaudernd die Bildfläche, verharrt einen Moment, sichert ab, um dann zu äsen; ein Waldkauz fliegt geräuschlos ins Tannendickicht; die ersten Sonnenstrahlen erklimmen den Horizont. Im tiefen Rot wirkt die Waldsilhouette schwarz und dunkel; der Nebel steigt empor und die Sonnenstrahlen treffen auf nasse Gräser und BIätter. Im Spinnennetz widerspiegeln sie tausend Tautropfen - die schönste Tageszeit erwacht zum neuen Leben.
Spyra versteht es spielend, solche Bilder vor dem geistigen Auge zu beleben. Er versteht es, Spannungen aufzubauen, die dann gefühlvoll in einem weiten, befreienden Arrangement gelöst werden. Wie ein Dirigent das Orchester leitet, wie ein Regisseur den Ablauf bestimmt, so geht er mit seinen Klängen um, ob sie nun aus dem ethnischen, klassischen oder dem synthetischen Bereich kommen.
Mit "Future Of The Past" beamt er mich wieder in die Vergangenheit zurück, indem er zwei herrliche Spielvarianten miteinander verbindet. Man nehme Robert Schröder und Serge Blenner und setze sie zusammen in ein Studio, in dem ein paar Mal Namlook seine EMS-Flotte fiepsen lassen darf. Die Sequenzerläufe in diesem Soundgewand, einschl. der Flächen im Hintergrund, sind ein typisches Robert Schröder-Erkennungszeichen, das Arrangement was hinzugeführt wird, ist die französische Avantgarde eines Serge Blenner. Spyra vereint beide Komponenten gekonnt zu einem neuen, tief durchatmenden Gesamtwerk. Ihn deswegen rügen? Nein, denn der Griff zu Robert Schröder oder Serge Blenner blieb aus. Ein gutes Zeichen.
rü, Tendance 02/1996
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